Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer nicht dabei war, weiß wirklich nicht, was er verpasst hat.—

Der Sonntag des Kloster-Kräuter-Tages am Kloster Göllingen, der gleichzeitig auch Namenstag des Klosters zum Hl. Wigbert war, hatte noch Wolken genug, die auch etwas Feuchtigkeit in das Umfeld von Turm und Klosteranlage abwarfen. Schon sehr früh waren die Musiker für das angesagte Konzert angereist, um mit viel intensiver Klangerkenntnis die Darbietung vorzubereiten.

So war zu Beginn des Kräuter-Sonntages doch eine wissbegierige Gruppe mit Frau Peyer unterwegs, um im Klosterkräutergarten und im grünen Umfeld Neues und Schlaues über unsere Kräuter zu erfahren. Von hier ging ein Gruß über die Hügel nach Bendeleben, um Herrn Dr. Neumerkel zu grüßen, der die vergangenen Jahre den Garten mitbetreut und als Bruder Winfried durch den Garten geführt hat.

Bis zum Konzertbeginn verzogen sich die Wolken und die Sonne schien in bekannter Sommerhitze über die Köpfe der sich nun zahlreich versammelten Besucher, die an den Ständen für fairen Handel und auch dort, wo es Gesottenes  und Gebackenes gab, ein erstes Wanderziel erreicht hatten.

Wie angekündigt, war das Konzert des Ensembles montalbâne, das Gesang und Instumente der mittelalterlichen Musiken exzellent beherrscht und so auch Preisträger des Romanikpreises in Gold 2010 ist, für viele Anreisende ein besonderes Ereignis des Tages. Speziell hierzu reiste man sogar aus Hamburg an, aus Erfurt, Dresden, aber auch aus den Städten des Kyffhäuserkreises, manche selbst auf dem Fahrrad über den Werra-Unstrut-Radweg.

In den alten Mauern des romanischen Westturmes, einbezogen auch die Weite des Kirchenschiffes, erklangen nun Lieder und Tänze von den Pilgerwegen des Mittelalters. Passend auch zum Fest Maria Himmelfahrt, dem eigentlichen Kräutertag, waren Marienlob und –bitten großer Bestandteil der Lieder und Gesänge, die sowohl in der festlich geschmückten Krypta als auch später im Rahmen eines Wandelkonzertes, zu dem sich nicht nur die Musiker und Sänger sondern auch die Zuhörer aufmachten, die oberen Räume des Glockenturmes bis hin zur Emporeetage zu er-“pilgern“. Immer wieder mit einer Klangvielfalt der Instrumentenbegleitung und den klangvoll reinen Stimmen der Sängerinnen und Sänger an den verschiedenen Orten des Konzertes überrascht, zog es auch die an, die im Gelände erst das Konzert von Ferne wahrnahmen. Der gesamte Raum um das ehemalige Kloster war von den herrlichen Klängen erfüllt. - Schon zu Beginn des Konzertes hatte Herr Pank, einer der Protagonisten des Konzertes, die Zuhörer, die von vielen Orten kamen, als Pilger in diese Darbietung einbezogen. Als die Sängergruppe zum Ende des Konzertes in den Räumen der Apsisgrabungen entschwand, war der Beifall auch dazu angetan, eine besondere Zugabe zu erhalten:  Wer hätte gedacht, dass selbst bei einem Mariengruss mit mittelalterlichem Gesang und Begleitung auf dem Platz der ehemaligen Klosterkirche getanzt wurde!

Susanne Ansorg und ihre drei Herren des Ensembles wurden mit viel Beifall für das originelle und in allen Teilen klangvolle Konzert bedacht. Gern erinnerte Herr Chmielus, Vorsitzender des Vereins am Kloster, dass dies mit Unterstützung der Kyffhäuser-Sparkassen Kunststiftung so nicht hätte dargeboten werden können.

Nun wieder voller Sommerwetter bedacht, ging mit Gesprächen und Kaffe und Kuchen sowie Köstlichkeiten aus der Kräuter-Kloster-Küche der Nachmittag spät zu Ende, bei vielen noch die Musiken und Bilder des Nachmittages im Kopf, - und der Duft der Kräuter noch in der Nase.

Gfchmielus 2017

 

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